„Nur der Tod ist umsonst – und selbst der kostet das Leben.“ Alles hat seinen Preis, will diese Redewendung uns sagen. Aber auch der Tod zieht erhebliche Folgekosten nach sich. Die gewöhnlichen Beerdigungskosten werden regelmäßig von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ermittelt. Der aktuelle Wert beträgt 8.000 Euro. Allerdings ist die Aussagekraft eines Mittelwerts nicht besonders hoch, weil die Streuung groß ist. Eine anonyme Urnenbestattung im engsten Kreis bekommt man schon für 2.000 Euro, für eine aufwendige Feier mit vielen Trauergästen kann man 35.000 Euro und mehr ausgeben. Mit einer Sterbegeldversicherung können solche Kosten abgedeckt werden, ohne das Erbe oder die Hinterbliebenen zu belasten.Grabsteine

Rechtzeitig beginnen mit kleinem Beitrag

Im Prinzip handelt es sich bei der Sterbegeldversicherung um einen Sparvorgang: Der größte Teil der monatlichen Beitragszahlungen fließt in den Aufbau eines Deckungskapitals, aus dem später die Leistung erbracht wird. In jungen Jahren beschäftigt sich zwar niemand gern mit dem Tod, aber bei einem frühen Abschluss der Sterbegeldversicherung kommt schon mit sehr geringen Beträgen eine beachtliche Summe zusammen. In Zeiten von Sparzinsen nahe der Nullmarke ist zudem ein Blick auf die Verzinsung wichtig. Für die Sparbeiträge setzt das Versicherungsunternehmen den sogenannten Rechnungszins (Garantiezins) an. Er beträgt derzeit 0,9 % (Stand 2020) und ist damit sieben- bis achtmal höher als der Spareckzins, den es auf einem normalen Sparbuch gibt. Die vielleicht beste Nachricht ist, dass der bei Vertragsbeginn vereinbarte Zins für die gesamte Laufzeit des Vertrags festgeschrieben ist – unter Umständen über Jahrzehnte. Die zu erwartende Absenkung des Rechnungszinses kann Ihnen also egal sein, wenn Sie Ihre Sterbegeldversicherung jetzt abschließen.

Absicherung biometrischer Risiken

Mit der Sterbegeldversicherung besinnen sich die Lebensversicherer auf ihre Kernkompetenz, die Absicherung sogenannter biometrischer Risiken. Während über eine Rentenversicherung die Langlebigkeit versichert wird, ist es beim Sterbegeld das Risiko eines vorzeitigen Todes. Kalkuliert wird nach mathematischen Sterbetafeln, die die durchschnittliche Lebenserwartung abbilden. Der Beitrag enthält neben Spar- und Kostenbestandteilen auch einen Risikoanteil für den Fall, dass mehr Versicherte unerwartet früh sterben und noch nicht genügend Deckungskapital angespart wurde. Auch in diesem Fall gibt es die volle vereinbarte Leistung.

Sterbegeld für Dritte

Weniger bekannt ist die Möglichkeit, eine Sterbegeldversicherung nicht für sich selbst, sondern auf das Leben anderer abzuschließen. Vielen Menschen ist es unangenehm, mit Angehörigen über das Thema Tod und dessen finanzielle Konsequenzen zu sprechen. Ist kein Erbe zu erwarten und liegt nicht viel Geld auf der hohen Kante, machen sie sich aber zu Recht Sorgen, wie sie ein würdiges Begräbnis bezahlen sollen. Bis zur Höhe von 8.000 Euro dürfen Sie die Sterbegeldversicherung sogar ohne Wissen und ohne Unterschrift der Person abschließen, von deren Tod die Leistung abhängt.